Entnahme - Stanze / Streifen / FUE

Bislang gibt es 3 Techniken zur Haarentnahme, von denen jede Vor- und Nachteile bietet. Welche die richtige für den Patienten ist, sollte in einem ausführlichen Vorgespräch festgelegt werden.

Die traditionell älteste ist die Stanzmethode bei der kleine Haarinseln (ca. 2,5-3mm) aus der Kopfhaut ausgestanzt werden. Geschieht dies regelmäßig nebeneinander wird dafür auch der Begriff „Perlenketten-Entnahme“ verwendet. Die entnommenen Inseln werden danach in die gewünschten Haargrüppchen zerteilt. Durch den in Relation zur Fläche hohen Randanteil der Hautstückchen besteht die Gefahr, umliegende Wurzeln zu beschädigen. Diese Technik kommt daher nur noch vereinzelt zur Anwendung.

Die geometrisch günstigste, da randärmere Form der Entnahme ist die Streifenmethode (engl. „strip“), bei der das benötigte Hautstück mit dem Skalpell entfernt wird. Die Haut wird unter der Lupe ohne Haarverlust in Transplantate zerteilt. Die Wunde wird plastisch-chirurgisch verschlossen, bei entsprechender Technik und Hautbeschaffenheit (trichophytic closure – invisible scar) bleibt nur eine sehr schmale, strichförmige Narbe. Dies kann bei extremen Kurzhaarfrisuren ein sichtbarer Nachteil sein, normalerweise ist die Entnahmestelle jedoch bereits unmittelbar nach dem Eingriff von Haaren bedeckt und damit nicht sichtbar. Der Vorteil der Streifenentnahme liegt in der Schnelligkeit und in der hohen Ausbeute an intakten Transplantaten.

Die neueste, minimal-invasive Technik „FUE“ (follicular unit extraction) ist eine Miniaturisierung der alten Stanztechnik. Dabei werden die Haargrüppchen (FU) mit speziellen kleinen Stanzen (0,7-1mm) direkt aus der Haut ausgestochen. Im Idealfall kann man diese Transplantate direkt wieder einsetzen. Da aufgrund der Miniaturisierung vor allem bei gebogenen Haarwurzeln die Gefahr besteht, Wurzeln zu verletzen, sollte vor dem Einpflanzen solcher grafts eine sorgfältige mikroskopische Kontrolle erfolgen. Der Vorteil der FUE liegt in der Vermeidung der strichförmigen Narbe am Hinterkopf, was das Tragen auch extremer Kurzhaarfrisuren nach der Haarverpflanzung ermöglicht. Werden jedoch sehr viele grafts entnommen, kann es auch hier zu sichtbaren, punktförmigen Narben kommen („Mottenfraß“). Der Nachteil der FUE liegt im hohen Zeitaufwand und der Gefahr der Wurzelverletzung. Zur Durchführung der FUE muß der Hinterkopf ganz oder teilweise kahl geschoren werden, die punktförmigen Wunden sind daher ca. 2-3 Wochen sichtbar.