X
Praxis

Praxis Meditra

Bereits im 19. Jahrhundert war die grundsätzliche Möglichkeit der Haarverpflanzung bekannt. Okuda (Japan) beschrieb 1939 den Einsatz von haartragenden Hauttransplantaten zum Haarersatz. Diese Technik wurde 1959 von Orentreich (USA) aufgegriffen und führte schnell zu einem etablierten kosmetischen Eingriff. 1977 gründete Dr. Manfred Lucas als einer der ersten deutschen Pioniere der Haartransplantation das Unternehmen "Meditra" und entwickelte rasch wesentlich verfeinerte Techniken und Methoden, deren Prinzipien auch heute noch Gültigkeit haben.

Da Haare aus dem Haarkranz hormonunempfindlich ein Leben lang wachsen, können diese Haare entnommen werden und auf haarlose Hautbezirke verpflanzt werden. Das menschliche Auge nimmt erst eine Verminderung von ca. der Hälfte des Haarschopfes als schütter oder kahl war. Daher können aus dem Haarkranz in den meisten Fällen ohne optische Beeinträchtigung mehrere Tausend Haarwurzeln entnommen werden. Die Eigenschaft "lebenslanges Wachstum" liegt in der Haarwurzel, nicht in der Haut in der sie wächst. Die verpflanzten Haare nehmen ihr genetisches Programm beim Umzug mit, sodaß eine sichere, dauerhafte Behaarung an der Einpflanzstelle erreicht wird.

Menschliches Haupthaar wächst selten einzeln, sondern meist in kleinen Grüppchen, bzw. anatomisch definierten Wurzelverbänden. Diese nennt man "follikuläre Einheiten", engl. "follicular units", abgekürzt FU. Ein FU besteht aus 1-4 Haarwurzeln und mißt ca. 0,7-1mm im Durchmesser, Einzelhaare werden auch als "single unit" bezeichnet.

Um ein Höchstmaß an Natürlichkeit zu erreichen, verwendet die moderne Haarchirurgie ausschließlich FUs als Haar-Transplantate (engl. grafts). Die frühere Einteilung in Mini- und Micrografts erfolgte willkürlich nach der Größe der Transplantate und der darin enthaltenen Haare. Minigrafts bestanden oft aus mehr aus 5 Haaren, wodurch sich teilweise Büscheleffekte ergaben. Dies wird durch die Einhaltung der anatomischen Grenzen der FUs vermieden.

Die Entnahme und das Wiedereinsetzen der Haarwurzeln geschieht meist in örtlicher Betäubung und muß sehr schonend und sorgfältig erfolgen, um eine Beschädigung der Wurzeln und ihrer Umgebungshaare zu vermeiden.

Die Zeit bis zum Einpflanzen der Haare sollte möglichst kurz sein. Die entnommenen Haare werden idealerweise in physiologischer Nährlösung gekühlt aufbewahrt, wie dies auch bei Organtransplantationen üblich ist. So können Schäden durch den unvermeidlichen Sauerstoffmangel außerhalb des Körpers gering gehalten werden.

Bei gesunder Haut wachsen normalerweise ca. 80-95% der verpflanzten Haarwurzeln an. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es oft nach der Haarverpflanzung aufgrund des "Umzugstreß" zum vorübergehenden Ausfall der eingepflanzten Haare. Nach 2-6 Monaten erholen sich die Wurzeln und produzieren erneut normale Haare.